Was ist eine Borderline-Persönlichkeitsstörung?
Der Borderline-Persönlichkeitsstörung liegt nach heutiger Ansicht eine schwerwiegende Störung der Emotionsregulation zu Grunde.
Ursächlich kommt eine biologische Veranlagung in Frage, die während der Kindheit und Jugend durch bestimmte Einflüsse verstärkt oder zum Ausbruch gebracht wird. Die Betroffenen leiden an äusserst unangenehmen eskalierenden Spannungszuständen sowie an einer erniedrigten Reizschwelle für negative Gefühle, insbesondere für Scham- und Schuldgefühle. Entwertende Grundannahmen über sich selbst führen zu einem anhaltend niedrigen Selbstwertgefühl. Gleichzeitig bestehen oft ein Beziehungshunger und grosse Probleme mit Einsamkeit und innerer Leere. Alle Symptome der Borderline-Störung sind entweder eine direkte Folge der gestörten Emotionsregulation oder aber ein Selbsthilfe-Versuch, quälende negative Affektzustände oder selbstentwertende Gedankenschleifen zu unterbrechen oder zu vermeiden: Selbstverletzungen, Wutausbrüche, andere Impulshandlungen, ablenkendes Hochrisikoverhalten, Bulimie, Anorexie, Suchtmittelmissbrauch, Suizidgedanken, Suizidphantasien oder Suizidversuche zählen dazu. Es gibt vermutlich mehrere Untergruppen der Borderline-Persönlichkeitsstörung. Eine milde Form der Störung kann man als Borderline-Persönlichkeitsstil bezeichnen.